Integration eines gemeinschaftlich genützten Batteriespeichers in eine Energiegemeinschaft
Das Projekt „EnErGie Werk Weiz“ stellte einen wegweisenden Ansatz für systemische Innovation von erneuerbaren Energien vor. Der Fokus auf die Entwicklung neuartiger Betriebs- und Tarifmodelle ermöglicht es gemeinschaftlich genützte Batteriespeicher wirtschaftlich in Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften (EEG) zu integrieren. Darüber hinaus wurde durch das Instrument der EEG, das den Mitgliedern sowohl bessere Einspeise- als auch Entnahmetarife für den aus der EEG bezogenen Stromanteil bietet, auch die Motivation zur Installation von zusätzlichen Photovoltaikanlagen gesteigert. Die hohe Multiplizierbarkeit dieses innovativen Projektansatzes stand im Mittelpunkt der Forschungsbemühungen und stellt einen der wichtigsten Projekterfolge dar. Es wurde am Standort Weiz ein Leuchtturm für innovative EEGen geschaffen.
Wesentliche Eckpunkte (Stand Dezember 2025):
- Anzahl Mitglieder: > 200 (> 400 Zählpunkte)
- In der EEG gehandelte Energiemenge: ca. 45 000 kWh / Monat
- Autarkiegrad: 10 % (Winter) – 40 % Sommer
- Innergemeinschaftliche Nutzungsquote: 25 % (Sommer) – 99 % (Winter)
- CO2-Einsparungen: > 25 Tonnen / Jahr
Lessons-learned
Regelenergie
Die zusätzliche Einbindung eines Batteriespeichers in einen Regelenergiepool wäre aus wirtschaftlicher Sicht interessant und würde den wirtschaftlichen Einsatz größerer Energiespeicher unterstützen. Dieser war jedoch auf Grund des zur Projektlaufzeit geltenden Rechtsrahmen des ElWOG nicht möglich. Die Hauptfaktoren waren einerseits die Verfügungsgewalt über den Speicher und die Einbringung von „Graustrom“ in die Energiegemeinschaft.
Redox-Flow Speicher
Stellen aufgrund ihrer guten Skalierbarkeit eine interessante Option für Energiegemeinschaften dar, die sich oft durch ein dynamisches Wachstum charakterisieren. Jedoch hat sich gezeigt, dass diese Speichertechnologie aufgrund ihrer noch niedrigeren Marktreifen einerseits mit verhältnismäßig hohen Investitionskosten verbunden sind und andererseits Probleme mit Leckagen auftreten können, die im Endeffekt dazu geführt haben, dass im Projekt auf eine alternative Speichertechnologie zurückgegriffen werden musste.
Messgeräte
Um einen gemeinschaftlich genützten Speicher effizient betreiben zu können, ist es notwendig die aktuellen Energieflüsse der Energiegemeinschaft abschätzen zu können. Dazu ist es jedoch nicht notwendig bei allen Mitgliedern eigene Messgeräte zu installieren. Diese Erkenntnis war wesentlich für die Multiplizierbarkeit des Ansatzes, da die Installation von eigenen Messgeräten mit einem nicht zu vernachlässigbaren Aufwand verbunden ist und die Kosten für die Messgeräte für „kleine“ Mitglieder einen wesentlichen Kostenfaktor und damit eine Beitrittshürde darstellen.
Es hat sich gezeigt, dass auch mit einfachen Prognosen gute Rückschlüsse auf die Energieflüsse gezogen werden konnten. Je nach Ausprägung der Energiegemeinschaft kann es jedoch sinnvoll sein bei einigen strategischen Mitgliedern mit großem Energiebedarf oder großen Erzeugungsanlagen Messgeräte zu installieren, um die Prognosequalität zu verbessern.
Standort Batteriespeicher
Die Wahl eines geeigneten Standorts ist eine Grundvoraussetzung für die wirtschaftliche Integration eines gemeinschaftlich genützten Batteriespeichers in eine EEG. Es ist optimal den Batteriespeicher an einem Standort zu installieren der über eine Erzeugungsanlage verfügt, bzw. eine solche gemeinsam mit dem Speicher zu errichten. Indem der Batteriespeicher zumindest teilweise hinter dem Zählpunkt geladen werden kann, können Kosten für Netzgebühren reduziert werden. Weiters ist es vorteilhaft, wenn der ausgewählte Standort über einen Strombedarf verfügt, für den eine Ausfallsicherheit wichtig ist. Damit können Synergie erschlossen werden, und die Wirtschaftlichkeit für den Speicherinvestor gesteigert werden.
Förderungen
Im Rahmen des Projektes konnten wirtschaftliche Betriebsmodelle für den Einsatz des Batteriespeichers gefunden werden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass diese darauf basieren, dass für den Batteriespeicher eine Förderung gewährt wird. Gänzlich ohne Förderung, ist der Einsatz von gemeinschaftlich genützten Batteriespeichern in Energiegemeinschaften weiterhin schwierig.
Anfängliche Skepsis überwunden
Es war zu beobachten, dass die Zunahme an neuen Mitgliedern anfangs eher schleppend verlief. Das Modell der Energiegemeinschaften war neu und ihm wurde mit einer gewissen Skepsis begegnet. Diese konnte jedoch mit umfassenden Kommunikations- und Transparenzmaßnahmen überwunden werden. Weiters war es für das Wachstum der EEG hilfreich, dass eine Anlaufstelle eingerichtet wurde, um den Eintritt in die EEG zu erleichtern.
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Bei Rückfragen stehen wir Ihnen unter energiewerk@innovationszentrum-weiz.at gerne zur Verfügung.
Informationen
Projektpartner:innen:
- 4ward Energy Research GmbH
- Energie Agentur Steiermark gemeinnützige GmbH
- Energienetze Steiermark GmbH
- Enerox GmbH
- Reiterer & Scherling GmbH
- St. Ruprecht – Weiz Industrieansiedlungs GmbH
- VariCon GmbH
Akronym: EnErGie Werk Weiz
Programm: FFG, Stadt der Zukunft 8. Ausschreibung
Umsetzung: national
Laufzeit: 01/2022 – 12/2025
Projektländer: Österreich
Rolle Innovationszentrum W.E.I.Z.: Konsortialführer
Ansprechpersonen
Vereinsvorstand:
Rafael Bramreiter – r.bramreiter@weizplus.at

